Barocklauten

Barocklauten besitzen 11 bis 14 Chöre, die je nach Ausführung unterschiedliche Mensurlängen aufweisen und an weiteren Wirbelkästen befestig sein können. Ihr Klang ist aufgrund einer anderen Bauweise und Materialwahl von Korpus und Decke ein anderer als der von Renaissancelauten, speziell der frühen Renaissancelauten. Ihr Ton ist eher wärmer, der Nachklang länger und das Klangvolumen größer.

Die Lautenmuscheln oder Korpora der Barocklauten haben unterschiedliche Formen. So findet man Instrumente mit flachen Korpora die denen von Theorben nahekommen. Der flachere Querschnitt gibt diesen Instrumenten eine bessere Abstrahlung und Tragweite in den Raum. Solche Instrumente können auch gut zur Begleitung und dem Continuospiel eingesetzt werden.
Andere Instrumente besitzen einen runderen, tiefen Querschnitt, die einen Klang erzeugen, der sich um den Spieler auszubreiten scheint und diesen einhüllt. Das lässt diese Instrumente besonders für das Solospiel geeignet erscheinen. Solche Instrumente findet man beispielsweise bei den Schwanenhalslauten der historischen Werkstätten Hoffmann, Widhalm oder Schelle, wobei letztere beiden eine etwas flachere Muschel verwendeten und damit die Vorteile beider Ausführungen, den Klang und die Projektion verbanden.

Generell sind viele Barocklauten häufig Umbauten von Renaissancelauten oder von Arciliuti. So findet man in diesen mintunter Instrumentenzettel von Lautenbauern der Renaissance wie beispielsweise Frei oder Tieffenbrucker. Andere wurden als neue Instrumente entwickelt und gebaut. Solche Lauten kamen aus den Werkstätten von Joachim Tielke, Magno Dieffopruchar, Thomas Edlinger, Martin und Johann Christian Hoffmann, Leopold Widhalm oder Sebastian Schelle.

 
 
 
  Die folgenden Seiten zeigen Beispiele von Barocklauten aus meiner Werkstatt  
 

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